Klassische Autofinanzierung oder Drei-Wege-Finanzierung?

Autokäufer haben die Qual der Wahl: Neben einem klassischen Ratendarlehen kann das Wunschauto auch mit einer Drei-Wege-Finanzierung angeschafft werden. Die dem Leasing sehr ähnliche Variante schont das Budget und die eiserne Finanzreserve. Die Finanzierungskosten sind aber insgesamt höher. Außerdem gehört das Fahrzeug am Ende wieder der Bank.

Bei einer Drei-Wege-Autofinanzierung wird ein beträchtlicher Teil der Kreditsumme auf eine endfällige Schlussrate verlegt. Eine Anzahlung kann, muss aber nicht zwingend geleistet werden. Die laufenden Raten fallen dadurch sehr viel niedriger aus. Die Schlussrate wird so angesetzt, dass sie in etwa dem zu erwartenden Restwert des Fahrzeugs bei Fälligkeit entspricht.

Die Schlussrate kann auf drei Wegen getilgt werden. Neben der Rückgabe des Fahrzeugs an die Bank oder den Händler zum vereinbarten Restwert sind auch eine Barzahlung und eine Finanzierung per Anschlusskredit möglich. Diesen Optionen verdankt die Finanzierung ihren Namen.

Ein Drittel höhere Finanzierungskosten

Durch die Schlussrate erhöht sich der durchschnittliche Kreditsaldo während der Gesamtlaufzeit der Finanzierung. Das verteuert den Kredit insgesamt. Bei einem Darlehensbetrag über 20.000 Euro belaufen sich die Finanzierungskosten bei 60 Monaten Laufzeit und klassischer Ratenzahlung zu 6 Prozent Zinsen auf rund 3150 Euro.

Wird stattdessen eine Schlussrate von ca. 6500 Euro vereinbart, müssen Kreditnehmer bei ansonsten identischen Konditionen 4300 Euro Zinsen zahlen. Das entspricht einem Aufschlag von rund 35 Prozent. Die Summe aus Zins und Tilgung liegt um knapp 5 Prozent höher.

Mit den höheren Finanzierungskosten wird die Freisetzung des Kapitals bezahlt, das bei einer klassischen Finanzierung im Restwert des Fahrzeugs gebunden ist. Das ist durchaus eine geldwerte Leistung. Schließlich fallen nicht nur die monatlichen Raten kleiner aus. Da keine Anzahlung geleistet werden muss, können Autokäufer auch ihre finanziellen Reserven unangetastet lassen.

Drei-Wege-Finanzierung kommt dem Leasing nahe

Die Drei-Wege-Finanzierung ähnelt in ihrer Struktur einem Leasingvertrag stärker als einem klassischen Darlehen. Am Ende der monatlichen Raten gehört das Fahrzeug nicht (wirklich) dem Kreditnehmer, weil die Schlussrate noch offen ist. Wird die Schlussrate mit der Rückgabe des Fahrzeugs finanziert, muss für das nächste Auto meist auch ein Kredit mit Schlussrate aufgenommen werden.

Mit der Drei-Wege-Finanzierung wird nicht nur das Fahrzeug, sondern auch der Ratenaufschub – eine vertraglich vereinbaret Teilstundung – erkauft. Diese Variante der Autofinanzierung lohnt sich deshalb für alle, die von einem solchen Modell profitieren.

Von dem Stundungseffekt profitieren alle, bei denen das Geld knapp ist bzw. die über nur geringe finanzielle Reserven verfügen. Wer über komfortable Rücklagen verfügt und sich um sein Einkommen keine Sorgen machen muss, fährt mit einer klassischen Ratenfinanzierung günstiger.

 Betriebswirtschaftlich ist der Barwert entscheidend

Rein betriebswirtschaftlich betrachtet entscheidet der Barwert, welche Finanzierungsvariante am günstigsten ist. Der Barwert ermittelt den Kontostand eines hypothetischen Kontos, der ausreicht, um alle im Zeitverlauf anfallenden Raten zu zahlen. Je geringer dieser Kontostand sein muss, desto günstiger ist die Finanzierung.

Die Drei-Wege-Finanzierung birgt für manche Konsumenten das Risiko einer finanziellen Überforderung. Durch den mehrjährigen Aufschub der Schlussrate und die optisch günstigen Monatsraten werden manchmal Wünsche geweckt, die über die wirtschaftlichen Verhältnisse hinausgehen.