Viele Autohändler locken Verbraucher mit Finanzierungsangeboten zum Kauf. Je umkämpfter der Absatzmarkt, desto vielversprechender klingen die Angebote: Null Prozent Zinsen für vier Jahre Kreditlaufzeit sind keine Seltenheit. Was auf den ersten Blick als günstige Gelegenheit erscheint, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen nur selten als tatsächliche Alternative zum Autokredit von der Bank.
Wer bei seiner Bank ein Kredit aufnimmt, kann beim Händler als Barzahler auftreten. Dieser Status ermöglicht das Aushandeln attraktiver Rabatte auf den Listenpreis. Der Händler muss bei Ratenzahlungsangeboten einen nicht unerheblichen Teil seines Erlöses an die Bank, die ihm als Finanzierungspartner dient, abtreten. Diese Kosten können vom Käufer als zusätzlicher Verhandlungsspielraum interpretiert werden.
Oft können Barzahler Rabatte von 15 Prozent auf den Listenpreis aushandeln, wenn sie ihr Fahrzeug sofort bezahlen. Alternativ kann die Ausstattung auch durch Extras aufgestockt werden. Autokredite von der Bank sind darüber hinaus sehr viel transparenter als Händlerfinanzierungen. Letztere werden allzu oft im Paket mit verschiedenen Versicherungen und Servicepaketen angeboten, so dass sich die tatsächlichen Konditionen kaum noch einsehen lassen.
Autohändler machen sich gerne die Unerfahrenheit vieler Verbraucher im Hinblick auf Autokredite zunutze. So werden regelmäßig Ratenzahlungen angeboten, bei denen die Fälligkeit der ersten Rate um einige Monate verschoben wird, so dass die erste Zahlung erst dann erfolgt, wenn das Fahrzeug schon lange im Betrieb ist. Eine solche Vereinbarung lässt sich jedoch auch mit jeder Bank treffen und ist keinesfalls ein Monopol von Autohändlern.
Autokredite bieten mehr Flexibilität
Ebenso kann mit der Bank eine Finanzierung ohne Anzahlung vereinbart werden. Auch der Aufschub eines großen Teils des Finanzierungsvolumens auf eine hohe Schlussrate ist möglich. Schlussraten werden häufig genutzt, wenn der finanzielle Spielraum knapp ist: Sie können am Ende der Kreditlaufzeit durch die Veräußerung des Fahrzeugs finanziert werden.
Unabhängig davon, ob eine Autofinanzierung über die Hausbank oder den Händler erfolgt, ist immer eine einwandfreie Bonität erforderlich. Die Händlerfinanzierung wird ebenfalls über eine Bank abgewickelt, die neben einer Schufaauskunft auch einen Einkommensnachweis verlangt. Mit einer schwachen Bonität kann deshalb auch über den Händler kein Fahrzeug finanziert werden.
Bankkredite sind nicht nur regelmäßig günstiger als Ratenzahlungen beim Händler, sondern sie bieten auch deutlich mehr Flexibilität. So kann bei günstigen Kreditverträgen jederzeit eine Sonderzahlung geleistet werden, ohne dass dafür eine teure Vorfälligkeitsentschädigung anfällt. Bei Händlerfinanzierungen ist dies in der Regel nicht möglich und Zahlungen über die laufenden Monatsraten hinaus werden lediglich mit künftigen Raten verrechnet.
Die Ersparnis durch einen Bankkredit fällt umso günstiger aus, je günstiger seine Konditionen sind. Ein Vergleich der Konditionen verschiedener Banken ist deshalb unerlässlich.
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