Budget Ermitteln: So viel Autokredit können Sie sich leisten

Vor jeder Autofinanzierung steht der Kassensturz. Um herauszufinden, wie viel Autokredit tatsächlich finanzierbar ist und welche Belastungen damit einhergehen, müssen Verbraucher ihre Einnahmen und Ausgaben im Detail analysieren.

Am besten werden dazu die Einkünfte sowie die regelmäßigen Ausgaben nebeneinander aufgestellt. Was auf den ersten Blick simpel und kaum erwähnenswert klingt, birgt in der Praxis – das jedenfalls zeigt die Erfahrung – zahlreiche Fallstricke.

Mit den Einnahmen verhält es sich noch relativ einfach. Angestellte und Beamte setzen hier einfach ihr Einkommen bzw. ihre Bezüge an. Diese sollten um staatliche Leistungen, wie Kinder- oder Elterngeld, gekürzt werden. Selbständige und Freiberufler nehmen ihre letzten drei Einkommensteuerbescheide zur Hand und ermitteln ein über mehrere Jahre geglättetes Durchschnittseinkommen.

Einige Ausgaben werden unterschätzt, andere schlicht vergessen

Deutlich schwieriger gestaltet sich eine zuverlässige Aufstellung der monatlichen Ausgaben. An erster Stelle stehen hier meistens die Kosten für die Miete oder die Ratenzahlung fürs Eigenheim. Anzusetzen sind ferner die Stromrechnung und die Kosten für Telekommunikation (also Telefonanschluss, Breitbandverbindung und Mobilfunkverträge).

Dazu kommen die Kosten für andere Ratenzahlungen. Dazu zählen neben Ratenkrediten auch die Teilzahlungen für die Kreditkarte, Ratenzahlungen im Versandhaus und ggf. eine kalkulatorische Rate für die angemessene Rückzahlung eines in Anspruch genommenen Dispositionskredits. Danach folgen die Prämien für Sach- und Risikoversicherungen. Hier gilt es, die oft jährlich stattfindenden Abbuchungen auf einen Monat umzulegen.

Schließlich sollte die private Altersvorsorge berücksichtigt werden. Sofern hier größere Anstrengungen unternommen werden, sollten auch in den Verträgen vorgesehene Anhebungen der laufenden Einzahlungen berücksichtigt werden, da diese schnell 50 Euro und mehr im Monat ausmachen können.

Spielraum im Budget freihalten

Am schwierigsten gestaltet sich erfahrungsgemäß der vernünftige Ansatz der regelmäßigen Lebenshaltungskosten. Diese setzen sich aus den Ausgaben für Nahrungs- und Lebensmittel, Kleidung, Kultur und Freizeit sowie regelmäßig wiederkehrenden Sonderausgaben zusammen. Ein verlässlicher Wert kann nur ermittelt werden, wenn die Kosten rückwirkend für die Dauer eines Jahres betrachtet werden. Häufig werden bei der Bemessung der Lebenshaltungskosten Posten nicht berücksichtigt – im schlimmsten Fall führt dies zu einer Überschätzung der eigenen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit.

Nachdem alle Kosten vollständig aufgestellt sind, werden sie zur Ermittlung des regelmäßigen finanziellen Spielraums schlicht von den Einkünften abgezogen. Da es sich bei einem Auto in den meisten Fällen um ein Konsumgut handelt, sollte von diesem Spielraum nicht mehr als die Hälfte für die monatlichen Raten des Autokredites bereitgestellt werden. Bei einer Kreditlaufzeit von mehr als drei Jahren sollte weniger als die Hälfte davon genutzt werden.

Das Rechnen mit spitzem Bleistift mag vielen auf den ersten Blick starr und konservativ erscheinen. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass die durch ein neues Auto gewonnene Lebensqualität sehr schnell schwindet, wenn die Belastungen durch die Kreditrate die persönlichen finanziellen Verhältnisse übersteigen.