Wann sich die Restschuldversicherung lohnt

Autokredite sind Konsumfinanzierungen sehr ähnlich. Deshalb sollten Kreditnehmer bei jedem Vorhaben prüfen, ob sich der Abschluss einer Restschuldversicherung lohnt. Restschuldversicherungen übernehmen die fälligen Raten bzw. zahlen den gesamten offenen Kredit zurück, wenn der Darlehensnehmer arbeitsunfähig oder unfreiwillig arbeitslos wird oder stirbt.

Der Schutz einer Restschuldversicherung dient somit dazu, im Fall zurückgehender Einkünfte die eigene Bonität zu sichern und im Fall der Fälle die Angehörigen nicht im Regen stehen zu lassen. 

Ganz unvoreingenommen sollten Kreditnehmer der Restschuldversicherung allerdings nicht gegenübertreten. Banken bieten die Policen aus gutem Grund zu fast jedem Kredit an – mit den Versicherungen lässt sich gutes Geld verdienen. Die Kosten fallen mitunter sehr hoch aus. Nicht selten muss für den Versicherungsschutz ebenso viel gezahlt werden wie für den Kredit (bezogen auf die Sollzinsen während der gesamten Laufzeit). Damit die hohen Kosten guten Gewissens in Kauf genommen werden können, sollte zuvor ein Blick ins Kleingedruckte der Versicherungsbedingungen geworfen werden.

Viele Überraschungen im Kleingedruckten

Für den Fall unverschuldeter Arbeitslosigkeit wird der größte Teil der Versicherungsprämien fällig. Gerade hier aber zeigen sich die Angebote voller Einschränkungen. So ist in vielen Verträgen bei Eintritt des Versicherungsfalls – also der betriebsbedingten Kündigung durch den Arbeitgeber – eine Karenzzeit von drei Monaten vorgesehen, während der keine Leistungen erfolgen.

Darüber hinaus ist eine zweimalige Inanspruchnahme der Versicherung wegen Arbeitslosigkeit nur dann möglich, wenn zwischen der ersten und zweiten Meldung des Versicherungsfalls mindestens sechs Monate und für zumindest 15 Stunden bei einem Arbeitgeber gearbeitet wurde. In der Praxis kann es deshalb durchaus vorkommen, dass die Restschuldversicherung für den größten Teil der Zeit ohne Erwerbstätigkeit (und damit ohne bzw. mit einem deutlich verminderten Einkommen) nicht zahlt. Die hohen Prämien sind bei solch ungünstigen Versicherungsbedingungen als regelmäßige Einzahlung auf ein Rücklagenkonto besser angelegt.

Reguläre Versicherungen oft günstiger

Der Versicherungsschutz bei Tod und Arbeitsunfähigkeit erscheint auf den ersten Blick unzweifelhaft gut. Kreditnehmer sollten allerdings ihre bestehenden Versicherungen zunächst überprüfen, bevor sie sich zum Abschluss der Restschuldversicherung für ihren Autokredit entschließen. Wer eine private Unfallversicherung inklusive Invaliditätsrente sowie eine Berufsunfähigkeitsversicherung und eine Kapital- bzw. Risikolebensversicherung mit angemessenem Leistungsanspruch besitzt, kann auf die Kreditversicherung verzichten.

Der Versicherungsschutz über reguläre Risiko- und Vorsorgeversicherungen ist meistens deutlich günstiger als der einer Restkreditversicherung. Diese lohnt sich letztlich nur dann, wenn punktuelle Risiken aus besonderen Gründen nicht anders abgedeckt werden können. Dies gilt etwa, wenn eine Berufsunfähigkeitsversicherung aufgrund bestehender Vorerkrankungen nicht mehr erhältlich ist.