Budget entlasten durch Schlussratenfinanzierung

Fahrzeugfinanzierungen werden immer häufiger über ein Schlussraten-Modell realisiert. Das Prinzip: Ein Großteil des Kreditbetrages wird erst am Ende der Laufzeit bezahlt. Der Vorteil liegt in deutlich reduzierten monatlichen Raten während der Laufzeit. Die Budgetentlastung muss allerdings mit insgesamt höheren Finanzierungskosten bezahlt werden.

Die Höhe der Schlussrate wird so gewählt, dass der voraussichtliche Verkaufserlös des Fahrzeugs am Laufzeitende ausreicht, um sie vollständig zu zahlen. Eine Anzahlung kann geleistet werden, ist jedoch nicht zwingend erforderlich. Je höher die Anzahlung ist, desto geringer sind (bei konstanter Schlussrate) die laufenden Raten. Eine Schlussratenfinanzierung mit größerer Anzahlung eignet sich deshalb gut für Kreditnehmer, die über einen gewissen Geldbetrag verfügen, zugleich aber die laufenden Verpflichtungen gering halten möchten.

Budget wird vor allem bei kurzen Laufzeiten entlastet

Die Verringerung der Monatsraten durch die Schlussrate fällt umso größer aus, je kürzer die Laufzeit des Autokredits ist. Bei einer Fahrzeugfinanzierung über 25.000 Euro ohne Anzahlung müssen Kreditnehmer bei einem Ratenkredit mit 12 Monaten Laufzeit monatlich 2327 Euro bezahlen, wenn der effektive Jahreszins 4,9 Prozent beträgt. Am Ende der Laufzeit ist das Fahrzeug dann vollständig im Besitz des Kreditnehmers.

Bei der Schlussratenfinanzierung lässt sich die Monatsrate deutlich reduzieren: Wird am Ende der Laufzeit eine einmalige Schlussrate in Höhe von 15.000 Euro fällig, sinkt die monatliche Rate bei ansonsten gleichen Bedingungen auf 1.172 Euro. Sie fällt damit nur halb so hoch aus wie bei der Finanzierung mit einem klassischen Ratenkredit. Bei längeren Laufzeiten wirkt sich die Verlagerung von Teilen des Kredits auf eine endfällige Rate weitaus weniger stark aus.

Wird ein Fahrzeug im Wert von 25.000 Euro ohne Anzahlung zu einem effektiven Jahreszins von 5,99 Prozent über eine Laufzeit von 60 Monaten finanziert, beläuft sich die monatliche Belastung beim einfachen Ratenkredit ohne Schlussrate auf 550 Euro. Wird eine Schlussrate in Höhe von 8250 Euro (33 Prozent des Fahrzeugneuwertes) vereinbart, reduziert sich die Monatsrate auf 437 Euro und damit um lediglich ein Fünftel.

In beiden Fällen ist die Finanzierung mit einer Schlussrate insgesamt etwas teurer. Bei dem Rechenbeispiel mit 12 Monaten Laufzeit beträgt der Aufschlag etwa 4,1 und bei 60 Monaten Laufzeit gut 4,4 Prozent. Demgegenüber steht in beiden Fällen jedoch eine spürbare Schonung der Liquidität.

Flexibilität bei Fälligkeit von Vorteil

Das Kosten-Nutzen-Verhältnis einer Schlussratenfinanzierung ist damit insgesamt günstig. Der Vorteil ist sogar noch größer, wenn berücksichtigt wird, dass die Zahlungen bei Autofinanzierungen mit Schlussrate zeitlich später erfolgen und somit streng genommen ein Zinsvorteil genutzt werden kann.

Kreditnehmer sollten im Vorfeld der Finanzierung darauf achten, wie genau die Modalitäten am Ende der Laufzeit gestaltet wird. Flexibilität ist ein großer Vorteil. Immer mehr Banken ermöglichen ihren Kunden, am Ende der Laufzeit zu wählen, ob die Schlussrate tatsächlich in einer Summe gezahlt oder in einen Ratenkredit umgewandelt werden soll. Dadurch kann das Fahrzeug bei Bedarf weiter gefahren werden.
Von Vorteil ist auch Flexibilität beim Verkauf des Fahrzeugs. Im besten Fall stehen am Ende der Laufzeit zwei Möglichkeiten zur Wahl. Entweder wird das Fahrzeug an die Bank (bzw. den Partner-Händler) zurückgegeben, um die Schlussrate direkt abzulösen. Oder aber Kreditnehmer nehmen den Verkauf des Fahrzeugs selbst in die Hand und versuchen, einen möglichst guten Preis zu erzielen.

Fazit: Die Schlussratenfinanzierung eignet sich für alle, die mit möglichst geringen monatlichen Belastungen ein Fahrzeug finanzieren möchten. Der Kostenaufschlag ist (sofern ein günstiger Anbieter gewählt wird) vertretbar